Wahrnehmung und Gesamtkontext

Interpretationen sind immer Ausdruck im Kontext der Gesamtwahrnehmung. Diese unterliegt ebenfalls einer Symmetriebrechung. So können Muster nur durch eine andere Präsentierung andere Auslöser besitzen und zu anderen Interpretationen führen. Objektiv gesehen sind Bilder nur eine Ansammlung von schwarzen Punkten auf einer weißen Fläche. Objektiv gesehen, sind innere Bilder nur „neuronale Feuerungen“ verbunden mit biochemischen Prozessen. Die Bedeutung geben wir ihnen selbst.

Von links nach rechts und umgekehrt. Wo ist der Umschlagpunkt? Wo sind beide Bilder gleichzeitig?

Das Gehirn verarbeitet Information pararell

Das Synergetik Therapie Institut kann die Annahme von Hermann Haken von den Mitterwertprototypmustern unterstützen, denn die Energiebilder auf der Symbolebene sind energetisch zusammengesetze Informationen aus verschiedenen tatsächlich erlebten Abbildungen und Verhaltensweisen von real existierenden Personen. Sie verändern sich durch „innere Konfrontation“ auch nur in dem Kontexkt der auftauchenden Energiebildstrukturen. Die „Mittelwertbildung“ als inneres Abbild von erinnerten Personen ist nicht mit gemittelten Gefühlsreaktionen verbunden. Sie lassen sich entgegen seiner Annahme nicht mit Gefühlen dynamisch verbinden.

Das Gehirn verarbeitet immer nur ausgewählte Merkmale parallel. Das Bild ergibt sich erst durch das geordnete Zusammenwirken vieler Zellen. Ganze Gruppen von Neuronen verhalten sich kohärent - also gleichartig. Muster sind über Nervenimpulse gekoppelt. Aus Experimenten weiß man, das gleiche Bewegungen, die als Reiz auftreten, als zusammengehörig identifiziert werden. Die Erkennung von Objekten ist immer die Leistung eines Neuronennetzes.

Die Versuche von Hermann Haken mit dem synergetisch arbeitenden Computer erlauben Mustererkennungen von Gesichtern und Teilen davon. Um Gesichtsausdrücke unterscheiden zu können, mußte der Computer verschiedene Prototypmuster zum Vergleichen gespeichert haben. Auch der Vergleich zwischen verschiedenen Personen gelang, wenn man ihm gemittelte Prototypmuster eingab. Auch das Gehirn arbeitet anscheinend mit gespeicherten Mittelwertprototypmustern.

Hermann Haken: „...legen die Vermutung nahe, daß auch unser Gehirn mit Hilfe solcher Mittelbildungen seine Prototypvorstellungen bildet - zumindest bei Gesichtern. Wenngleich der Computer unmittelbar zwischen Gesichtsausdrücken unterscheiden kann, so vermag er natürlich nicht, diese zu interpretieren, etwa als Lachen, Weinen, Bösesein. Aber wir können ihm dies zu jedem speziellen Gesichtsausdruck einprogrammieren oder lernen lassen, so daß dann neben dem jeweils ihm vorgelegten Testmuster auf dem Bildschirm seine (richtige!) Interpretation erscheint“.

Mit verschiedenen mathematischen Verfahren (Filterungen und Fourier-Koeffizienten) ist der synergetisch arbeitende Computer sogar in der Lage, Gesichter unabhängig von ihrer Drehung in der Bildebenen und ihrer Größe zu unterscheiden, auch wenn nur Teilbilder zur Verfügung stehen.

Der synergetisch arbeitende Computer ist hier sogar dem menschlichen Erkennungsvermögen überlegen, meint zumindest Hermann Haken und führt untenstehendes Beispiele an (Weiteres Beispiel 3D-Haus).

Grenzen unserer Wahrnehmungsfähigkeit für auf dem Kopf stehende Gesichter. In der verdrehten
Lage erscheinen die Gesichter
nicht so
unterschiedlich.
Diese jetzt wahrnehmbaren Muster (Fratzen) sind mit anderen Empfindungen geankert und werden somit „richtig“ erkannt. Dies kann der Computer nicht. Es geht immer um die Gesamteinordnung von Informationen - durch die Symmetriebrechung - und nicht um Objektivität bei Interpretationen.

 



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Zuletzt aktualisiert am: 07-Mär-2003 19:36
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